Watch Out!

# DISTANCE - eine Prozession auf Abstand: 27. und 29. Januar 2021, 18 h, im Rahmen von tanz.tausch, Nordstadt Köln, Endpunkt Sankt Gertrud

# absorbing: 5. Juni 2020, 16 h, Köln

WATCH OUT! versucht das Gute sichtbar zu machen, das Nette spürbar.

ihr seid nicht alleine!
ihr seid viele!
ihr seid mehr!

Kölner haltet Ausschau vor eurer Haustür, in eurer Nachbarschaft, auf dem Weg zur Arbeit, im Supermarkt, einfach überall:

Unsere Superheldin erobert den öffentlichen Raum: mit kleinen Interventionen im Alltag infiziert sie die Gesellschaft mit einem Virus. In kürzester Inkubationszeit breitet sich der Virus wie ein Lauffeuer aus
Menschen halten Ausschau nach der Superheldin und ihren impulsgebenden Aktionen.

was, wenn.

was wäre, wenn wir einfach mal mit gutem Beispiel voran gehen und nett zueinander sind.

uns gegenseitig helfen, unterstützen oder bloß auf der Straße zulächeln.
warum?
weil es zu viele Menschen nicht tun.
weil es besser für alle ist und lächeln glücklich macht.
und wenn es ein positives Beispiel gäbe, würden wir uns anstecken lassen?
mitmachen?
nachmachen?
vorgeben?

#benice
#bethechange
#bepassioned
#becooperative
#beyourself

WATCH OUT! versucht das Gute sichtbar zu machen, das Nette spürbar und
die Irritation in den öffentlichen Raum zu bringen.
mit den Mitteln der Kunst wollen wir das alltägliche Leben bereichern,
helfen oder einfach nur einen Moment des Innehaltens schaffen.

mit: Jaqui Dresen, Helena Aljona Kühn
Konzept, Regie: Andrea Bleikamp

PR: November 2018, Köln / 9. - 12. Oktober 2019, Köln
#1.1.1 TAGGING 14 KM ... #2.2.2 WHITE CUBE


27. + 29. Januar 2021
DISTANCE -
eine Prozession auf Abstand, Köln
Koproduktion: Festival tanz.tausch

Trailer

 

 

 

Interventionen

TAGGING 14 KM
Die Straße von Gibraltar

14 Kilometer, die über Leben oder Tod entscheiden
Am 20. Juni 2019 war Weltflüchtlingstag.
Dies hat das WEHR51 zum Anlass genommen, sich in einer Installation im Rahmen der Performancereihe WATCH OUT! mit dem Thema auseinanderzusetzen. Diesmal war die Kölner Südbrücke der Veranstaltungsort. Sie führt auf fast 400m über den Rhein und verbindet die beiden Seiten - die trotz Sichtweite - schwimmend nur unter Lebensgefahr zu überwinden sind.
Die Meeresenge von Gibraltar ist 14km breit, bzw eng.
Auch hier kann man von einem Ufer zum anderen schauen. Es ist ein leichtes, sich vorzustellen, was in einem Menschen vorgeht, der das vermeintliche Paradies in Sichtweite hat.
Die Meeresenge von Gibraltar gilt aufgrund von Strömungen und dem starken Schiffsverkehr als einer der gefährlichsten Wasserstraßen der Welt. Trotzdem versuchen jedes Jahr Menschen, die ansonsten nicht viel zu verlieren haben - außer ihr Leben - ihr Glück in der Überfahrt.
Bis zum 30. Juli 2018 sind auf diese Weise 22.091 Menschen an die Küste Südspaniens gelangt.
Immer mehr Migranten wählen die Route über Marokko nach Spanien, um von Afrika nach Europa zu kommen.
Etwa 400 sind es gegenwärtig - jeden Tag. Bis Mitte Juni holten die Seenotretter bereits mehr Menschen aus dem Wasser als im gesamten Vorjahr. Zur Zahl der Vermissten gibt es unterschiedliche Angaben. Laut spanischen Seenotrettern starben 2019 bisher 132 Menschen bei der Überfahrt oder gelten als vermisst. 811 Menschen waren es 2018.

Schätzungen gehen davon aus, dass die Zahl etwa dreimal so hoch wie jene der an die Strände Geschwemmten ist – also fast 2000 weitere Tote pro Jahr.

Wir haben die Südbrücke symbolisch in 14 Kilometer eingeteilt. Begonnen haben wir auf der „schäl Sick“, der verschmähten Kölner Seite und dort das Schild „Ceuta Marokko“ angebracht. Dies war unser Startpunkt. Kilometer 0. Von dort aus guckt man auf die schöne Kölner Südstadt, das Land wo Milch und Honig fließen, in unserem Fall mit einem Schild „Tarifa Spanien“ betitelt. Das Ufer haben wir mit goldener Folie ausstaffiert, so daß es von der anderen Rheinseite aus verheißungsvoll glitzerte. An den 14 gekennzeichneten Kilometern/Stationen haben wir Schilder angebracht, auf denen Informationen zu den aktuellen Flüchtlingsbewegungen steht. Wie z.B. „68,8 Mio. Menschen sind aktuell auf der Flucht.“ oder „Mindestens 50 Prozent aller Flüchtlinge sind Frauen und Mädchen, die in ständiger Angst vor Gewalt und sexuellen Übergriffen, Hunger und Krankheit, dem Verlust von Angehörigen und einer ungewissen Zukunft.“
Die Überquerung des Rheins ist mühelos. Jeder kommt wann und wohin er will.
Seit etlichen Jahren werden Pläne zum Bau einer Brücke erstellt, um Afrika und Europa zu verbinden.
Geplant ist eine dauerhafte Installationen an der Südbrücke!

 

WHITE CUBE!

Wir leben in einer Welt, in der die ständige Ablenkung durch digitale Medien unseren gesamten Tagesablauf begleitet. Fast jeder hat auf der Straße, im Auto, in der Bahn oder an der Haltestelle ein Smartphone zur Hand. Jedes Live-Erlebnis wird dokumentiert und in irgendeinem sozialen Netzwerk gepostet. Ohne das sind wir nicht präsent, nicht live! Der gesenkte Blick ist längst Normalzustand, der rechte Daumen im Dauereinsatz.

Hier setzt das Kunstprojekt WATCHOUT! Mit seinem WHITE CUBE an: 10 Minuten OHNE smartphone, wie soll das gehen, wer bin ich ohne connection? Chance oder Folter? WHITE CUBE gibt dem Menschen die Gelegenheit, 10 Minuten in einem großen, weißen Würfel auf einem Stuhl sitzend zu verbringen. Das Smartphone geben sie am Eingang ab und betreten technikfrei den Raum. Allein, nur auf sich zurück geworfen, haben sie die Gelegenheit, sich selbst 10 Minuten ohne Ablenkung zu ertragen, zu erforschen, zu erspüren, oder gar sich zu langweilen.

Sind wir dazu noch in der Lage? Oder setzt der Versuch gar Energien frei. Oder ist das Zurück-geworfen-sein auf sich selbst in der digitalen Welt unsinnig, überschätzt?

Das Kunstprojekt WATCHOUT! beschäftigt sich seit November 2019 mit kleinen, künstlerischen Interventionen im öffentlichen Raum. Das Format greift Idiome und Verhaltensmuster unserer Zeit auf und hinterfragt sie spielerisch.

Der WHITE CUBE ist die Fortführung dieser Interventionsreihe. Dabei werden auf der Straße Menschen angesprochen, die sich mit ihrem Smartphone beschäftigten. Sie werden in den WHITE CUBE eingeladen.