VIRTUAL BRAIN

die Überwindung des Todes - ein installativer Abgesang

17. - 19. Februar 2022, 20 h / 20. Februar 2022, 18 h
Orangerie Theater Cologne, Tickets: info[at]orangerie-theater.de

Stream: https://www.spectyou.com/de/video/virtual-brain-die-ueberwindung-des-todes

Podcast auf: https://anchor.fm/wehr51

Wir stehen am Scheideweg zu einer neuen Evolutionsstufe, die verspricht, den Traum von der Überwindung des Todes und den von der Unsterblichkeit endlich wahr zu machen. Neue wissenschaftliche Erkenntnisse und Technologien, wie intelligente Prothesen und Brain-Computer-Interfaces, bereiten dafür den Weg. Wie wird er aber aussehen? Als posthumaner Zustand einer virtuellen Welt in konservierten Hirnen oder einer Mensch-Maschinen-Symbiose, wie es James Lovelock in „Novozän“ beschreibt?

Selbstoptimierung ist zum Life-Style geworden. Intelligente Prothesen und Hirn-Computer-Schnittstellen versprechen neue Formen menschlichen Lebens, u.a. vertreten durch den Transhumanismus. Was aber verspricht sich der Mensch von dieser Selbstoptimierung, wo liegt die Grenze zur Manipulation und was ist das Eigene am „Ich“? Wann ist der Mensch Mensch? Haben wir früher die Unsterblichkeit mit dem ewigen Leben gleichgesetzt, so scheint sie heute einem Ersatzteillager physischer und informationsverarbeitender Komponenten gleichzukommen. Nicht-Funktionierendes wird ersetzt, und es entsteht ein "?...?"

Angesichts der Verletzbarkeit des Menschen hat das Thema eine herausragende Bedeutung. Die beiden Perspektiven –Optimierung des Körpers und abstrakt-geistige Hirn-Computer-Welt- einander gegenüberstellend, schreiben die beiden Autoren Charlotte Luise Fechner und Götz Leineweber je einen Teil. Raumfüllende Visualisierungen an der Schnittstelle „virtuell-abstrakter“ und „realer“ Welt und die emotionale Führung durch sensible Klangräume und Surround-Mixing von Sibin Vassilev kreieren neue Räume.

mit: Asta Nechajute, Miriam Meissner, Anna Möbus, Marc Fischer, Torsten-Peter Schnick, Thomas Krutmann

Texte: Charlotte Luise Fechner (Das Ossuarium der Zukunft), Götz Leineweber (Die Haut) | Regie: Andrea Bleikamp | Dramaturgie: Rosi Ulrich | Kostüm: Paula Noller | Komposition/Musik: Sibin Vassilev | Sounddesign: Rosi Ulrich | Video: Jens Standke | Lichtdesign / Technik: Jan Wiesbrock, Jan Kutscher | Tontechnik: Tobias Zimmermann | Regie-Assistenz: Gina Bensch | PR & Öffentlichkeitsarbeit: neurohr & andrä

LIVE: 30. PR September - 2. Oktober 2021, 20 h / 3. Oktober 2021, 18 h / 18. - 20. November 2021, 20 h / 21. November 2021, 18 h / Opfer der Pandemie: 25 (PR) - 28 Februar / 10 - 13 März 2021
ON AIR: 13. Mai 22 h, 11. März 22 h, Radio 674.fm, VIRTUAL BRAIN - Das Ossuarium der Zukunft von Charlotte Luise Fechner - das Hörspiel
ON STREAM:
3. April, auf bleibtzuhause.de, und: ab 20. März 20 h, auf dringeblieben.de, VIRTUAL BRAIN - Die Haut (Götz Leineweber) & Das Ossuarium der Zukunft (Charlotte Luise Fechner) - der Film
ON WEB: 10. März, Der 6-teilige Podcast: https://anchor.fm/wehr51 //
Folge 1 - Der künstliche Mensch (ab 10.3.2021), Folge 2 - Unsterblichkeit | Gast: Charlotte Luise Fechner (ab 14.3.2021), Folge 3 - Körper | Gast: Ami Inthra (ab 18.3.2021), Folge 4 - Erinnerung (ab 22.3.2021), Folge 5 - Identität | Gast: Asta Nechajute (ab 26.3.2021), Folge 6 - Sprache (ab 30.3.2021)

Text: Das Ossuarium der Zukunft

Hier können Sie die pdf des Textes von Charlotte Luise Fechner "Das Ossuarium der Zukunft"

Der Stücktext DAS OSSUARIUM DER ZUKUNFT von Charlotte Luise Fechner wurde im Rahmen von „Neustart Kultur. - Neue Stücke für ein großes Publikum“ durch den Deutschen Literaturfonds gefördert.

Trailer

von Gina Bensch, Oktober 2021

Kantinengespräche - Der Podcast

https://anchor.fm/wehr51 //

Begleitend zu VIRTUAL BRAIN, veröffentlicht das WEHR51 den sechsteiligen Podcast KANTINENGESPRÄCHE.

Aus dem Äther der WEHR51-Theaterkantine diskutieren die Theatermacherinnen Andrea Bleikamp und Rosi Ulrich mit der Medienwissenschaftlerin Sandra Nuy zu verschiedenen Themen, die in VIRTUAL BRAIN verhandelt werden:

Ist Unsterblichkeit erstrebenswert?
Was ist der Künstliche Mensch und ist dieser virenresistent?
Und auch das Theater in Zeiten von Corona wird zum Thema: Wie wichtig ist körperliche Co-Präsenz von Performer:innen und Publikum?

10. März: Folge 1 - Der künstliche Mensch
14. März: Folge 2 - Unsterblichkeit | Gast: Charlotte Luise Fechner
18. März: Folge 3 - Körper | Gast: Ami Inthra
22. März: Folge 4 - Erinnerung
26. März: Folge 5 - Identität | Gast: Asta Nechajute
30. März: Folge 6 - Sprache

Konzept / Durchführung: Charlotte Luise Fechner | Konzept / Moderation: Sandra Nuy | Interviewte: Andrea Bleikamp, Rosi Ulrich | Gäste: Charlotte Luise Fechner, Ami Inthra, Asta Nechajute | Technische Betreuung: Jan Kutscher, Tobias Zimmermann

Entstanden im Rahmen des EXCHANGE-Programms, dem Vermittlungsprogramm des WEHR51.
Das Exchange-Programm wird gefördert durch die RheinEnergie StiftungKultur

Folge 1: Der künstliche Mensch

Folge 2: Unsterblichkeit

Folge 3: Körper

Folge 4: Erinnerung

Folge 5: Identität

Folge 6: Sprache

Pressestimmen

"Die rund einstündige Aufführung in der Orangerie ist eine binäre Orgie jenseits des Verstands, deren Faszination man sich kaum zu entziehen vermag, wenngleich sie Risse im Fundament des Gleichgewichts verursacht. Die Texte aus der Feder von Charlotte Fechner und Götz Leineweber fokussieren das Sujet von körperlicher und geistiger Optimierung, der Schaffung eines effektiven, doch stets morbiden Ersatzteillagers, bestehend aus Gliedmaßen, Organen, sowie Einsen und Nullen. Im 360-Grad-Dauerbeschuss der analogen wie digitalen Codes, Botschafen und Fragestellungen vor, neben, über und hinter den Köpfen des Publikums verlieren jegliche Strukturen des klassischen Theaters ihre Konturen. Sie verschmelzen zur interstellaren Schleife, in der Sender und Empfänger im blitzenden Stakkato einer außerirdischen Energie kollabieren, um im Schock der Reanimation neu zu entstehen. ... Das sechsköpfige Ensemble agiert wie eine Maschine ... zugleich legt WEHR51 damit ein maßgeschneidertes Modell vor, das sich anschickt, die Realität zu überholen. Atemberaubend." (Thomas Dahl in Choices 11/2021)

"Ein spannendes, philosophisches Projekt und zugleich eine theatralische Grenzerfahrung, auf die man sich - trotz aller Überforderung - definitiv einlassen sollte. ... Ein schweres Zugunglück. Menschen sind gestorben. Was wäre, wenn clevere Mediziner die noch lebensfähigen Körperteile sammelten und neu zusammensetzten? Wäre es ein Zombie oder ein neuer Mensch, der quasi auferstanden wäre? Welches Geschlecht wäre ein weiblicher Körper mit männlichem Kopf? Ein seltsam gruseliges Gedankenexperiment liegt dem neuen Abend "Virtual Brain" von WEHR51 zugrunde, das im Untertitel "Die Überwindung des Todes" heißt und sich mit den Grenzen des Menschseins beschäftigt." (Dorothea Markus in StadtRevue 11/2021)

"Entwickelt die Hörspielreise, unterlegt mit sphärischem Gesang und mitunter kakophonischem Technik-Sound, einen akustischen Malstrom, so liegt der Reiz beim Schauen der Theaterproduktion in der Dynamik, die dadurch entsteht, dass sich Schöpfer und Geschöpf als Antipoden im Diskurs begegnen.
Frankensteins Labor ist hier eine durchsichtige Kuppel, in der Torsten-Peter Schnick als moderner Hexenmeister und Asta Nechajute als seine Kreation streiten. Vier weißgewandete Gestalten (Miriam Meissner, Anna Möbus, Marc Fischer und Thomas Krutmann) begleiten als Chor aus sicherer Entfernung das Geschehen. Aus der „Menschenmarmelade“ eines Zugunglücks hat sich der Schöpfer sein Geschöpf zusammengesucht. Das wiederum lernt im Laufe seines Erwachens, dass sich sein „Ich“ aus den Einzelteilen einer Großfamilie zusammensetzt." (Norbert Raffelsiefen in Kölner StadtAnzeiger Mai 2021)

Produziert von WEHR51, in Kooperation mit Freihandelszone - ensemblenetzwerk köln, Orangerie Theater, Köln
gefördert durch: Kunststiftung NRW, Fonds Darstellende Künste aus Mitteln der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien im Rahmen des Sonderprogramms AUTONOM, Kulturamt der Stadt Köln, Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, der Podcast ist gefördert durch die RheinEnergie StiftungKultur