PYROFEMS

PYROFEMS
Teil 3 des Zyklus 4 Life: Erde Wasser Feuer Luft

Termine in 2025:
13. PR / 14. / 15. November 2025, 20 Uhr
15. / 16. / 17. Januar 2026, 20 Uhr
13. / 14. April 2026, 20 Uhr
25. / 26. / 27. Juni 2026, 20 Uhr
studio trafique

Das Anthropozän ist der Beweis, dass ungeteilte Macht zum Scheitern verurteilt ist.

Die Welt brennt. Ob Wirtschaftslage, Demokratie, Politik, Naher Osten, Kalter-Krieg und Klimaerwärmung: Wie ein Flächenbrand breiten sich die Probleme gerade weltweit aus und wurde ein Feuer gelöscht, entsteht sofort wieder ein neuer Brandherd, von den ganzen Schwelbränden ganz zu schweigen. Maximal 1,5 Grad Erderwärmung – darauf arbeiten die Staaten bei den Klimakonferenzen offiziell hin.
Doch die 1,5 Grad sind beinahe erreicht. Braucht es also ein neues Ziel? Und wie kann man sich dafür noch motivieren? Je mehr die 1,5 Grad längerfristig überschritten werden, desto mehr werde das Einfluss auf die sogenannten Kippelemente haben. Wenn sie sich verändern, dann könnte sich das Klima auf der Erde schlagartig verändern, es gäbe doppelt so viele Dürreperioden, zweimal soviele Extremwetterereignisse.
Die Folge: In den letzten zehn Jahren hat sich die weltweite Migration verdoppelt, und in den kommenden Jahrzehnten werden buchstäblich Milliarden von Menschen aus ihrer Heimat vertrieben werden.
Bei der Google Suche des Satzes „Die Welt brennt“, erscheinen allein in den deutschsprachigen Suchergebnissen des letzten Jahres eine Viertelmillionen Ergebnisse, die allesamt Teil einer Überschrift/Artikel- oder Zeitungsschlagzeile sind. Auch wenn ein Teil dieser Überschriften sich nicht de facto auf Brände beziehen wie die oben genannten Beispiele zeigen, sondern auf politische oder gesellschaftliche Ereignisse verweisen. Aktuellstes Beispiel: das US-Wahlergebnis, welches einen der größten Klima-Leugner der Welt zum mächtigsten Mann der Welt kürte. Die meisten Überschriften jedoch rekurrieren auf tatsächliche Brände wie z.B. aktuell auf das „Mountain Fire“ in Kalifornien, welches es - aufgrund der journalistisch-westlich orientierten Perspektive auf die Welt - in unsere Nachrichten geschafft hat. Denn das ist zumeist nicht der Fall: Ein Blick auf die Webseite FIRMS (Fire Information for Resource Managment System) der NASA zeigt, dass die Welt derzeit wirklich brennt und zwar vor allem in den Breitengraden am Äquator und südlich davon, also dort, wo die Welt bereits jetzt schon am wärmsten ist. Auch Sibirien, was man üblicherweise mit Kälte und Winter verbindet, gehört mittlerweile zu den Gegenden, die am stärksten vom Klimawandel, von Dürre und Bränden, betroffen sind, wie eine im Oktober 2024 veröffentlichte Studie darlegte. und stellt die Weltgemeinschaft vor neue Herausforderungen, sei es der Umgang mit Feuer- oder Flutkatastrophen, Armut, Hunger und (Klima)Migration.
Die Performance FEUER befasst sich mit ebendieser unausweichlichen Problematik des Weltenbrandes und fordert auch das Publikum zur aktiven Beteiligung auf, denn niemand kann sich den Auswirkungen der Klimakrise entziehen, denn es geht schon lange nicht mehr nur um die Begrenzung auf 1,5 Grad Celisus Erderwärmung.

Textfassung: Charlotte Luise Fechner
Mit: Janine D'Aragona, Anna Möbus, Asta Nechajute
Regie: Andrea Bleikamp / Dramaturgie: Rosi Ulrich / Media-Artist: Jens Standke / Ausstattung: Claus Stump / Regieassistenz: Julia Knorst  / Lichtdesign: Jan Wiesbrock / Technik: Chiara Tess Krogull / Produktionsleitung: Anna Möbus / Video-Dokumentation: Alessandro De Matteis

PR: 13. November 2025, 20 Uhr; 14. / 15. November 2025, 20 Uhr, studio trafique

Trailer

Presse

"In einer 70-minütigen, hochentzündlichen Mischung aus naturwissenschaftlicher Dokumentation, Ethik-Diskurs und theatraler Performance gelingt unter der Regie von Andrea Bleikamp im Studio Trafique ein zeitgenössisches Drama, das den Kipppunkt ins bodenlose Zeitalter mit Leichtigkeit überwindet. ... Das Stück skizziert einen mitreißenden Pfad zum Vorhof zur Hölle, der nachhaltiges Wirtschaften und die Verpflichtung gegenüber folgenden Generationen erfolgreich umgeht. In der Bosheit ihrer Botschaften offenbart sich der Keim einer möglichen Gesundung noch vor dem Ende der Lebensformen. ... Die „Pyrofems“ wachsen im Zuge der Aufführung zu einem schwarz-leuchtenden Rabenturm, bis über den Dachgiebel gefüllt mit Wucht, feministischer Weitsicht – und Abscheu vor zivilisatorischen Fortschritten wie Demokratieabbau, dem Ausbau von Kriegsmaschinerien, dem Raubbau an Ressourcen oder der Stärkung des Ur-Patriarchats. Sie halten dem Feuer die einzige Waffe entgegen, die wirken könnte: Feuer. Welch eine Läuterung." (Thomas Dahl, Choices Dez. 2025)

"Warum Männer dennoch wieder einmal lieber Macht ausüben, statt Machbares in Sachen Umwelt in die WEge leiten, das erörtert 'Pyrofems' mit jeder Menge Wissen und Witz. Galgenhumor angesichts der aktuellen Lage? Oder halt kraftvolles, mit Komik befeuertes Hexenwerk ... Die drei Schauspielerinnen jedenfalls überzeugen mit Spielwitz und Virtuosität. ... Es ist ein subtiles und gleichzeitig sinnliches Spiel mit dem Feuer, das WEHR51 hier entfacht." (Norbert Raffelsiefen, Kölner StadtAnzeiger, Jan. 2026)

Eine Produktion von WEHR51 in Koproduktion mit Freihandelszone Ensemblenetzwerk Köln
gefördert durch Kulturamt der Stadt Köln, NRW Landesbüro Freie Darstellende Künste Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen.

fhz