IS deutsche Räuber im Dschihad

frei nach Schiller

27. PR - 30. November 2019, 20 h, Treffpunkt: LABOR Ebertplatzpassage 5, mit theatraler Führung zu Sankt Gertrud,
Krefelderstr. 57, Köln Reservierung unter info [at] wehr51.com
23. - 26. April 2020, 20 h, Treffpunkt: LABOR Ebertplatzpassage 5, mit theatraler Führung zu zu Sankt Gertrud,
Krefelderstr. 57, Köln Reservierung unter info [at] wehr51.com

Erstaunt, ungläubig und mit Unverständnis beobachtet die westliche Welt, wie ihre eigenen Kinder die Heimat verlassen, um in einen Krieg zu ziehen, den sie Dschihad und der Westen Terrorismus nennt. Dieser Krieg richtet sich gegen die Werte und Prinzipien der Gesellschaften, aus denen sie kommen, gegen Demokratie und Toleranz. Dabei ist Terrorismus weniger eine Militär-, sondern vielmehr eine Kommunikationsstrategie. So schenkt das Selbstmordattentat demjenigen uneingeschränkte mediale Aufmerksamkeit, der sonst nicht zu Wort kommt. Wenn wir heute von Selbstmordattentat reden, dann denken wir zu allererst an den islamistischen fundamentalistischen Terrorismus. Doch diese Annahme lässt außer Acht, dass deutsche/westliche Geschichte und Literatur auch Beispiele hierfür hat. In Schillers Räuber findet sich in Karl Mohr, der eigentlich eine Lichtgestalt ist, eine dunkle Schattenseite. Er gründet eine Räuberbande, raubt und mordet, um den Armen zu geben, doch am Ende erschrickt er selber über die Gewaltexzesse – späte Einsicht.

Welches Menschenbild liegt dem zugrunde? Was bewegt diese jungen Menschen? Finden sie in der Radikalisierung, im Islamismus/im Räubertum einen Gegenentwurf zum verweichlichten Elternhaus? Ist der Weg in den Dschihad eine Jugendkultur, eine Rebellion gegen das Wertesystem der Gesellschaft oder dessen Fehlen? Der Weg führt in die Wüste oder in den Wald und schließlich vor Gericht!

Auf der Folie von Schillers „Die Räuber“, spiegelt der Vater Sohn Konflikt den Generationenkonflikt und das Aufbegehren gegen die Gesellschaft, die Bildung einer Räuberbande ist logische Konsequenz – der Weg in den Dschihad auch? Es zeigt Gemeinsamkeiten, die über zeitliche und kulturelle Dimensionen hinausgehen und legt die Annahme nahe, dass Gewalt in der Natur des Menschen verankert ist:  Aberwie kann man ihr entgehen?

In einer Galerie im Untergrund, einem konspirativen Ort am Ebertplatz beginnt das Stück mit einer performativen „Räuber“-Installation. Von dort wird der Besucher in eine monumentale offene katholische Kirche geleitet, einem Ort der Begegnung und Auseinandersetzung, der Liebe und der Kunst, aber auch zu einer Gerichtsverhandlung. Wie bei einer Sitzung des UN Sicherheitsrats folgt der Zuschauer über Kopfhörer der Verhandlung auf der Chorempore. Verschiedene Stationen, Videoprojektionen, Spielszenen, Zeugenbefragungen, Blickachsen und der phänomenale Raumklang der Kirche ergeben wechselnde Perspektiven, sowohl gedanklich als auch visuell. Das Stück zeigt eine Gerichtsverhandlung, die unvereinbaren Gegensätze und Positionen gegenüberstellt. Der Aufbau ist wie das klassische Drama in 5 Akte gegliedert.

mit: Asta Nechajute, Fabian Kuhn, Lucia Schulz | Tanz: Lisa Freudenthal

Regie: Andrea Bleikamp
Textfassung & Dramaturgie: Rosi Ulrich
Ausstattung/Lichtdesign: Claus Stump, Jan Wiesbrock | Musik/Sound: Sergej Maingardt | Video: Jens Standke | Technik: Jens Kuklik, Jan Wiesbrock | PR: mechtild tellmann kulturmanagement | Öffentlichkeitsarbeit: neurohr & andrä | Fotos: Alessandro De Matteis

PR: 27.11.2019, 20 H / 28.-30.11. / 23.04.-26.04.2020: Treffpunkt: LABOR Galerie am Ebertplatz mit theatraler Führung zu Sankt Gertrud, Krefelderstr. 57, Köln

Produziert von WEHR51, in Kooperation mit Freihandelszone - ensemblenetzwerk köln
Wir danken unserem Gastgeber sankt gertrud: kirche + kultur
gefördert durch: Kunststiftung NRW, Kulturamt der Stadt Köln, Ministerium für Kultur und Wissenschaft des Landes Nordrhein-Westfalen, NRW Landesbüro Freie Darstellende Künste

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